Am Ende

Liebe Leser!

 

Dieser Bibelabschnitt ist für mich etwas ganz Besonderes. Zunächst wird uns hier klar, dass die letzten Tage bereits vor 2000 Jahren angebrochen waren und das Ende aller Dinge nahe gekommen war. Es ist ein großes Missverständnis zu unserer Zeit nach Indizien für den Beginn der letzten Tage zu suchen. Die Endzeit wurde durch das erste Kommen Jesu eingeleitet. Seitdem erleben wir fortwährend, wiederkehrend und sich verstärkend die Aspekte, die diese Zeit ausmachen.

 

Immer wieder werde ich nach meiner Meinung gefragt, an welchem Punkt der Endzeit wir wohl stehen oder welche Aspekte der Offenbarung ich mit wem oder was in unserer Welt und zu unserer Zeit identifiziere. Ich bin kein Freund solcher Spekulationen, weil ich glaube, dass das Anliegen von Gottes Offenbarung dabei missverstanden wird. Es ging ihm nie darum, dass die Menschen seinen Heilsplan voraussehen sollten.

 

Interessant ist in jedem Fall, dass es diese Neugierde auch schon im Hinblick auf das erste Kommen Jesu gab (1.Petrus 1,10-12) und doch sollte der Zeitpunkt und die genaue Verwirklichung ein Geheimnis bleiben bis zur rechten Zeit (Epheser 3,8-11). Gottes Vorhersagen dienten vielmehr der Erneuerung, der Umkehr, der Tröstung und Ermutigung seiner Kinder sowie vor allem Anderen seiner eigenen Verherrlichung durch Menschen und Engel. Das Gleiche ist meines Erachtens auch für das Ende der Fall. Nicht einmal der irdische Jesus wusste um den Tag und die Stunde und das schien für ihn kein Problem zu sein (Matthäus 24,36). Er handelte nach dem, was Gott ihm anvertraute.

 

Es ist nicht unsere Aufgabe zu wissen, wann genau was passiert und wer darin welche Rolle spielt. Das wird sich zur Verherrlichung Gottes zur rechten Zeit zeigen! Es ist auch gar nicht unsere Aufgabe irgendetwas rechtzeitig zu identifizieren, denn dagegen vorgehen sollen und können wir nicht, weil es der Wille Gottes ist und sein wird. Er wird der Kämpfende sein, wir die Ausharrenden. Aber an uns ergeht eine andere sehr klare Aufforderung von Petrus, was im Angesicht des Endes für uns dran ist:

 

"Seid nun besonnen und seid nüchtern zum Gebet! Vor allen Dingen aber habt untereinander eine anhaltende Liebe! Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden. Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren!  Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!  Wenn jemand redet, <so rede er es> als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, <so sei es> als aus der Kraft, die Gott darreicht,..."

- 1.Petrus 4,7-11a -

 

Besonnenheit, nüchternes Gebet, beständige Liebe untereinander, Gastfreiheit für Andere und die treue Dienstbereitschaft aneinander mit dem, was Gott uns jeweils aus seiner Gnade zur Verwaltung anvertraut. Unser Reden soll von Gott geprägt sein, ebenso wie unsere Kraft zum Dienen von ihm kommen soll.

 

Um es kurz zu machen: Lebendig Glauben! Als Zeugen, Nachfolger und Kinder Gottes nach dem Geist zu leben, ein aktiver Teil des Leibes zu sein und sich mit dem einbringen, was Gott jedem schenkt. Jesu Wesen repräsentieren zu jeder Zeit, auch im Angesicht des Endes!

 

Unsere alte Natur möchte aus ihrem Egoismus und Stolz heraus Erkenntnisse zur Endzeit haben, unser Fleisch sehnt sich aus Angst nach Gewissheit und stemmt sich gegen jeden Kontrollverlust. Unsere Selbstgerechtigkeit will sich gegen alles auflehnen, was möglicherweise Böses kommt. Aber im Geist vertrauen wir uns unserem Gott an, leben und lieben in der Nachfolge unseres Herrn - gestern, heute, morgen, am letzten Tag und beim letzten Atemzug. Je näher uns das erscheint, um so mehr . All das zu einem Zweck:

 

damit in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

- 1.Petrus 4,11b -

 

Egal, wie nah das Ende ist: Seit 2000 Jahren ist und bleibt es unser Weg, Gott die Ehre zu geben durch das Werk, das Jesus in uns vollbringt. Die Frucht, die seine Hingabe in uns hervorbringt und die Frucht, die unsere Hingabe in Anderen hervorbringt.

Sei dazu gesegnet und ermutigt.

 

Euer Simon

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