MONATSVERS

August/September 2021

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Neige, HERR, dein Ohr und höre!
Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!

 

2. Könige 19,16

Liebe Geschwister!

 

Das ist der Hilfeschrei von Hiskia, dem König von Juda, als die Vernichtung Jerusalems unausweichlich erschien.

Der König von Assyrien hatte bereits Samaria eingenommen und die 10 Stämme Israels nach Assur weggeführt. Nun wurden auch die Städte Judas nacheinander eingenommen.

Als der König Hiskia sah, dass Sanherib beginnt die Stadt Jerusalem zu belagern, versuchte er in aller Verzweiflung den König Assurs zu besänftigen und schenkte ihm das ganze Gold und Silber aus dem Haus des Herrn sowie aus seinen eigenen Schatzkammern.

Das half aber nicht. Der König von Assur ließ ein gewaltiges Heer antreten und lachte über Hiskia und über sein Vertrauen auf Hilfe von den Ägyptern und von Gott.

Da rief Hiskia den Propheten Jesaja um Gott zu befragen. Gott gibt ihm die Antwort: „fürchte dich nicht, Jerusalem wird nicht zerstört“

Als aber die Bedrohung noch schlimmer wurde und Hiskia scheinbar Zweifel an der Zusage Gottes hatte, ging er selbst vor Gott ins Gebet und sprach unseren Monats Vers „Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!

Trotz Zusage von Gott, hatte Hiskia den Eindruck, Gott ist weit weg und kümmert sich gerade um andere Dinge. Es scheint, ER hört und sieht nicht was gerade in Jerusalem passiert.

Wenn wir die Ereignisse, die dann folgen betrachten, merken wir, dass Gott alles so schon geplant hatte. ER war nicht überrascht, dass Jerusalem belagert wird. „Hast du nicht gehört, dass ich lange vorher es gewirkt und von den Tagen der Vorzeit her es gebildet habe“ (2. Kön. 19, 25)

 

Wie ist es mit uns?

Wir sagen wir vertrauen auf Gott. Das hatte Hiskia auch getan.

Aber wie ist es, wenn es wirklich brenzlich wird?

Ziehen wir nicht alle Möglichkeiten in Betracht und setzen, wie Hiskia, alles ein was wir haben, um uns selbst aus der Not zu ziehen? Wenn dann alles nichts hilft, fragen wir um Rat bei anderen Gläubigen, überhören aber was Gott uns durch den anderen mitteilen will.

Es ist gut, wenn wir gleich unsere Not vor Gott bringen, Ihm unsere Ängste, Sorgen und unsere Unfähigkeiten darbringen.

Er ist souverän, er hat alles in der Hand. Er kennt unsere Situation. Er hat sie bereits gekannt, bevor sie überhaupt eintraf. Seine Hand ist nicht zu kurz und sein Ohr nicht zu schwer.  

Wir dürfen, gerade wenn alles dagegenspricht, uns völlig auf Ihn verlassen.

 

„Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören“  (Jes. 59,1)

 

Euer Marc Jeanrichard